Archive for Juni, 2009
Juni 28th, 2009
Das Screening von Serverlogs eine gute Idee ist, kann sicher der ein oder andere Administrator bestätigen. Sinnvoll eingesetzt, kann es frühzeitig über Probleme informieren und so helfen, das Schlimmste zu verhindern. Doch hat es mir gerade die Schuhe ausgezogen, als ich bei heise einen Artikel mit Verweis auf den Focus gelesen habe, nachdem das BKA Klicks, gewollt oder ungewollt, auf Seiten mit Fahndungsaufrufen ausgewertet und für die Ermittlungsarbeit eingesetzt hat. Frei nach dem Ansatz, wer oft auf das Profil eines Straftäters klickt, hat was mit dem Verbrechen zu schaffen und muss so genauer überwacht werden.
Im Fall der MG wurde dies ja bereits dokumentiert, doch scheint diese Überwachung größzügig ausgefallen zu sein und natürlich wie immer bei solchen Nachrichten, wurden dadurch pöhse Verbrecher gefasst.
Ich möchte hier nichts über die rechtlichen Zusammenhänge sagen (das überlasse ich den Anwälten und anderen die sich damit wirklich auskennen), doch halte ich es für bedenklich. Zumal mit Regelungen, wie der zur Vorratsdatenspeicherung eine nahezu lückenlose Erfassung von IP und dazugehörigen Usern, über die die Daten hinaus die für Rechnungslegung notwendig sind, gefordert sind.
Ein konstruiertes Beispiel um zu zeigen was daran falsch ist: Ilse aus der Erdgeschoss hat einen Zweifel, ob der neue Hausbewohner nicht evtl. doch ein Schwerverbrecher ist (immerhin, die Nase dazu hat er ja…. und grüßen tut er auch nicht) und surft auf den Seiten des BKA um sich genauer zu informieren. Tatsächlich findet sie dort eine Beschreibung, die auf den neuen Mieter passen könnte. Weil sie sich nicht sicher ist, lädt sie die Seite nochmal neu und fragt auch Ihren Mann. So entstehen innerhalb kurzer Zeit auffällig viele Zugriffe aus der Wohnung der wachsamen Bürgerin — Klar, das hier eine genauere Untersuchung notwendig wird.
Denkbar wäre auch der Fall des neuen Kollegen, der zufällig auf eine Beschreibung passt, für die die hübsche Praktikantin gerade den Link per Mail an die komplette Firma gesendet hat….

Juni 27th, 2009
Ich möchte ich hier nicht auf Michail Scholochows Anleitung, wie man als Alkoholiker durch den Krieg kommt, verweisen, sondern auf einen Blogpost, den ich gerade bei den Domspitzen gelesen habe:
Der eine wird Papst, den anderen schnappt sich die Polizei. Live is a Bitch, isn’t?”
Bezogen hat sich GB hier auf eine Artikel bei ShortNews und ich kann ihm da seiner kurzen Zusammenfassung nur zu 100% zustimmen.

Juni 27th, 2009
Zumindest so habe ich gerade einen kurzen Artikel beim ehemaligen Nachrichtenmagazin gelesen.
Politiker fürchten Twitter-Manipulationen bei Bundestagswahl war dort zu lesen. Die Folgerung daraus ist nahe liegend, die beteiligten Personen von anderer Stelle bekannt: Da sich Twitter wohl nicht abschalten lässt, verbieten wir doch einfach Wahlumfragen oder verpflichten einfach alle auf Verschwiegenheit. Auf den ersten Blick nicht schlimm, doch bedenklich, dass auf jede moderne Entwicklung mit Verboten, Abschalten oder Verschwiegenheitserklärungen reagiert wird (wobei es letztere ja schon lange gibt). Wieso nicht einfach ein Stop(p)-Schild platzieren. Das hilft bestimmt!!!eins!elf!
Im Grundsatz ist die Nichtveröffentlichung von Wahlumfragen eine gute Sache. Sorgt sie doch dafür, dass eine Stimme die 5 vor 6 abgegeben wird, genauso viel Wert ist, wie eine die kurz nach 8 abgegeben wurde. Ich persönlich würde sogar soweit gehen und sie im direkten Vorfeld von Wahlen abschaffen, um den “Wahlkampf” etwas zu entspannen. Politik sollte mit Taten (Leistung, nicht Aktionismus) überzeugen und nicht mit “Wir-packen-es-an-Reden” von der Bühne bei Wahlparteitagen oder auf den Marktplätzen der Republik und es auch nicht durch unglückliche Phrasen auf Wahlplakaten probieren.
Was ich bedenklich an den Aussagen finde, ist der hier wieder einmal anklingende Regulierungswahn und der Versuch soziale Probleme mit Hilfe der Technik und des Gesetztes bewusstlos zu schlagen.
Update: Eine ganz nette Zusammenfassung dazu habe ich auch bei Die Dreckschleuder gefunden.

Juni 27th, 2009
Neulich ist es mir wieder einmal aufgefallen. Ich saß da so in der Cafeteria einer nicht näher bestimmten Uni und schaue so in die Runde, als mir auffällt, wie viel Energie die Menschen in die Tätigkeit des Lachens stecken. Also mal einen Blick ins Lexikon (aka Wikipedia) geworfen: “Lachen ist ein angeborenes Ausdrucksverhalten des Menschen, das nicht nur, aber vor allem in der Gemeinschaft mit anderen seine Wirkung entfaltet. Lachen ist die natürliche Reaktion eines gesunden Menschen auf komische oder erheiternde Situationen, erscheint aber auch als Entlastungsreaktion nach überwundenen Gefahren oder zur Abwendung drohender sozialer Konflikte sowie als Abwehrmechanismus gegen spontane Angstzustände.”
Na gut. Klärt schon einmal, was es ist. Aber immer noch nicht, wieso der Mensch so viel Energie dafür aufwendet. Es werden immerhin (nach Wikipedia) bis zu 80(!) Muskeln beim Lachen eingebunden.
Irgendwo habe ich einmal gehört, dass ein Menschen Lachen schon über eine große Entfernung wahrnehmen kann. Es scheint ihm also auch eine besondere soziale Aufgabe zu zukommen (steht dazu auch ein bisschen was im ebenen genannten Wissensspeicher). Aber wäre diese Aufgabe auch nicht durch ein anderes “Verfahren” erfüllt worden? Ich denke da speziell durch die Bewegung der Hand oder ein einfaches akustisches Signal. Ich denke schon. Werde wohl noch etwas der Sache nachgehen müssen.
Habe die drei Zeilen schon vor einiger Zeit getippt. Wundere mich aber immer noch darüber und darum nochmals hier veröffentlich.

Juni 26th, 2009
Viele kennen die Probleme, die vor einigen Jahren die Einführung von Elster zur elektronischen Voranmeldung der Umsatzsteuer, Unternehmen mit konsequenter Ausrichtung auf freie (im Sinne von Freiheit) Software, gebracht hat. Durch die Umsetzung als Windowsanwendung mussten sich auch reine Linuxfirmen einen Windowsrechner installieren oder nach einer anderen Lösung suchen, die in vielen Fällen den Erwerb einer Lizenz für vorgenanntes Betriebssystem umfasste.
Die Liste solcher oder ähnlicher Probleme mit staatlichen IT-Projekten ist lang — leider
Aktuell bin ich auf die Vorlagen für die Anmeldung von Wahlvorschlägen für die Bundestagswahl ’09 in Thüringen gestoßen. Man kann sie sich hier herunterladen. Leider einmal wieder nur im Format von Microsoft Word, als *.doc.
Ein paar Probleme die damit einher kommen können:
- Das Dokument sieht je nach gewählten Druckertreiber auf bei jedem Nutzer anders aus
- Das Format ist nicht vollständig frei dokumentiert und zugänglich, so dass ein allgemeiner Zugang nicht gewährleistet werden kann mit Auswirkungen bis hin zur Archivierung und Nutzung später
- Man kann nur mit speziellen Programmen (kostenpflichtig, natürlich) sicher darauf zugreifen.
- Keine Unabhängigkeit von bestimmten Unternehmen/Technologiepartnern
- Benachteiligung für Bürger, die sich z.B. ein Microsoft Word nicht leisten können oder wollen
Alternativen? — Gibt es, auch wenn diese ebenfalls noch Ihre Schwächen haben. Aber OpenDocument oder das original von Adobe initiierte PDF. Sie müssen nur genutzt, umgesetzt und natürlich weiter entwickelt werden.

Juni 25th, 2009
In einer Diskussionsrunde in der Zeit wird das Verständnis der Politiker von Petitionen deutlich:
von der Leyen: Ich kann das Gefühl schon nachvollziehen, aber eine Onlinepetition ist mit einem Klick unterschrieben …
Viel kann man dazu wohl nicht sagen. Die meisten von meinen Lesern haben sich wahrscheinlich mit einem Klick in die Liste eingetragen. Sehr schön ist aber auch:
von der Leyen: [...] vielleicht braucht es zwei, drei Minuten. Natürlich kann Frustration entstehen, wenn man merkt, dass da auch andere demokratische Prozesse laufen, zum Beispiel Ausschussberatungen, in denen gewählte Vertreter Entscheidungen fällen, oder ein SPD-Parteitag, auf dem ein Beschluss anders fällt, als Sie sich das gewünscht hätten. Aber über diesen Punkt müssen Sie hinweg und sagen: Wir beteiligen uns weiter an den Diskussionen. Protest nutzt wenig, wenn man nicht auch Mehrheiten überzeugt. Dafür steht die Demokratie, die wir haben.
Erschreckend, wenn man daran denkt, wie die Diskussionen sowohl auf dem Parteitag als auch in den Ausschüssen gelaufen sind. Demokratie wird durch Mehrheiten gemacht. In einer parlamentarischen Demokratie wird die Mehrheit durch die Mehrheit an Abgeordneten vertreten — Also durch die Politiker im Parlament, die hier entschieden haben. Leider haben Dinge wie Fraktionszwang, Wahlkampftaktierung u.s.w. dafür gesorgt, dass der eindeutige Willen von mindestens 134.000 Deutschen nur eine Nebenrolle spielte und durch Aktionismus ausgeblendet wurde.
Demokratie heißt in Deutschland noch immer Parlament — daran denken am 27. September.

Juni 24th, 2009
Nach dem erfolgreichen Abschneiden bei den Wahlen zum Europaparlament anno 2009 und den positiven Rückmeldungen der letzten Wochen haben sich die Piraten in Thüringen entschlossen, Holzbein und Augenklappe aufzuschnallen und Segel Richtung Bundestag zu setzen — Ihn zu kapern und plündern, was noch zu retten ist! Auch wenn das Schiff "Landesverband" erst am Sonntag vom Stapel läuft, strotzen die Matrosen und Ma(a)te von Energie und Tatendrang und wetzen in Vorfreude auf den nächsten Beutezug die Säbel.
Stapellauf wird am Tag des Herren 10 bis 16 in der Erfuter Schenke "Waldhaus" sein.
Mast- und Schotbruch! und allzeit reiche Beute!

Juni 24th, 2009
Alles hat einen Anfang, so auch hier
