Zweimal hinhören musste ich am Wochenende, als ich den genialen Plan aus dem Bundesbildungsministerium gehört habe, eine Art Bausparer für die Bildung der Kinder einzurichten, als Reaktion auf die Proteste der Studenten unter anderem die unsäglichen Studiengebühren abzuschaffen. Die Begründung liest sich nicht weniger Abwegig:
Das Bausparen hat doch gezeigt, dass so etwas funktioniert, wenn der Staat eine Zulage zahlt oder die Beiträge
steuerlich absetzbar macht.
Oder auf Deutsch gesagt: Wir sorgen nicht dafür, dass Bildung für jeden kostenlos zur Verfügung steht, sondern dass es eine Förderung für diejenigen gibt, die es sich leisten können, einen Betrag X vom Hartz-IV zur Seite zu legen. Bei den aktuellen Diskussionen um das ALGII und andere Sozialleistungen klingt das fast nach Hohn und sagt definitiv etwas darüber aus, wer in Zukunft nur noch studieren soll und wer in der Gosse sein Talent verschleudern soll.
Um es mal mit Fefes Worten zu sagen: “Wer hat die gewählt?”
P.S. Hier fehlt definitiv noch ein Link. Also exemplarisch mal auf die Zeit verlinkt.

Nein, keine Angst, das hier wird keine Linkliste jetzt mit irgendwelchen Partnerlinks — Kommt vielleicht später …. Mehr ein Tatsachenbericht und warum man einfach nicht reich werden kann als Privatperson mit Werbung auf den privaten Seiten.
Ich habe mehr zum Spaß auf einigen meiner Seiten das Partnerprogramm der bekannten Suchmachine eingebunden. Interessant sind die Zahlen (exemplarisch für Oktober 09):
- Angezeigte Seiten: ca 5800
- Angezeigt Werdeeinblendungen: ca. 2.700
- Umsatz je 1.000 Einblendungen: 0,25
- Klickrate: 7,5/1000
Konkret geht es um so etwas wie das hier:
(Für alle, die Addblock etc. nutzen (gute Entscheidung übrigens), hier hätte jetzt nervende Werbung stehen sollen)
Wie schon der Laie erkennen kann, wird man dadurch nicht reich. Tatsächlich deckt das in dem Umfang noch nicht einmal die Serverkosten die herunter gebrochen entstehen.
Geht man also davon aus, dass der kleine Server mit .de Domain 10€ im Monat kostet, müssten
10 = x * 0.25 | 1/0.25
x = 40
also ca. 40.000 bezahlte Einblendungen oder rund 100.000 normale Seitenaufrufe erzeugt werden. Als Größenordnung sind das ungefähr:
- die Seiteneinblendungen eines kleineren Onlineshops mit ca. 500 Bestellungen pro Monat.
- bei ca. 250KB Seitengröße mit Bildern und css ca. 25.000.000KB oder 25GB Traffic pro Monat
- bei 5 Seiten pro Besucher ca. 20.000 Besucher = 666 Besucher am Tag. (Das ist nicht nur die diabolische Zahl, sondern auch noch schwer schaffbar)
Viel spannender ist aber doch die Differenz hier. Auf meinen Seiten befinden sich eine Menge von technischen Sachen, so dass ich davon ausgehe, dass die User tendenziell interessierte in diesem Bereich sind. Themen sind da zum Beispiel Geany oder das Textsatzsystem LaTeX. Dennoch überrascht es mich ein wenig, dass ca. 50% von den Besuchern sich keine dieser hochinteressanten Anzeigen anzeigen lassen. Auch scheint es unter der Gruppe deren, die sich offenkundig für Werbung interessieren, nur ein Bruchteil wirklich angesprochen zu fühlen: nur bei ca. 7 von 1.000 tatsächlichen Einblendungen auf meinen Seiten auf die Werbung geklickt. Zumindest hier könnte ich mir an die eignee Nase packen und die Werbung optimieren. Aber warum?
Geht man den Gedanken weiter und überschlägt, wie viele Seitenbesuche man braucht, um sich von dem Angebot die Miete zu leisten oder gar leben zu können, wird einem schwindelig von den 0: Bei 1000 € Brutto aus, sind das ganz grob gerechnet bei gleichen Ausgangswerten 60.000 Besucher pro Tag (!), also rund 1 Besucher alle zwei Sekunden. Über die dadurch entstehende Serverkosten und den Aufwand, den man mit Wartung und Pflege hat, möchte ich gar nicht nachdenken — der virtuelle Server bei $provider und die schlechten Partyfotos mit den besoffenen Nachbarsmädels reichen dazu aber sicher nicht aus.
Nun doch noch ein Blick auf die Partnerseiten — da es diese im speziellen trifft. Seiten wie klamm.de haben am Tag mehr als 500.000 bis 700.000 Seitenaufrufe. Dadurch kommen sie natürlich in eine ganz andere Kategorie und können Ihre Werbung direkt vermarkten. Daraus folgen höhere Einnahmen, da ein Zwischenhändler wegfällt, sowie insgesamt eine bessere Anpassungsfähigkeit. Doch haben sie die gleichen Probleme: Durch den hohen Traffic entstehen hohe Serverkosten sowie Aufwand zur Pflege der Software und den Angeboten im Umfeld. Wenn ein Freunde-werben-Freunde-System noch dazu kommt, können solche Angebote trotz der besseren Einnahmenseite nur überleben, in dem sie es schaffen, das ein Großteil der ‘Umsätze’ gar nicht erst ausgezahlt werden müssen. Wie so etwas geht, der Beispiele gibt es viele.
Es sind es nur zwei Sachen, die man daraus lernen kann:
- Einfaches Geldverdienen so nebenbei geht nicht — Wer etwas anderes schreibt, hat etwas vergessen zu erwähnen
- Das Einbinden von Werbung, die je nach Views oder Klick abgerechnet werden, lohnen sich nur bei einer sehr großen Anzahl von Impressionen (Serverkosten! & Inhalt!)
Wenn mir jetzt also noch jemand mit DER Möglichkeit zum Geldverdienen im Internet auf die Nerven geht, der ….
P.S.: Ja, ich weiß, dass es auch Anbieter gibt, die 1€ oder mehr pro 1.000 PI zahlen, aber im Grunde ändert das nichts an der Tatsache.

Mal wieder wird der Wunsch nach noch mehr Überwachung in Bus und Bahn laut. Diesmal artikuliert unter anderem in einem Artikel auf heise.de
Forderungen nach mehr Videoüberwachung für Sicherheit in Bus und Bahn
und
Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech (CDU) will darum die Verkehrsverbünde bereits im Vergabeverfahren zu einer stärkeren Videoüberwachungen verpflichten. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) setzt daneben auf andere Erfahrungen: Polizisten in Uniform, die in seinem Land kostenlos die Bahn benutzen dürfen, seien bereits in rund 1000 Fällen eingeschritten. “Wir wollen darum, dass die Polizisten in ganz Deutschland die Bahn und den öffentlichen Nahverkehr kostenlos nutzen können”, sagte Herrmann. “Allein die Uniform schreckt ab – und natürlich greifen die Beamten im Ernstfall auch ein.”
Wieso kommt eigentlich niemand auf die Idee, in Deutschland wie in anderen Ländern sehr erfolgreich praktiziert, endlich wieder Mitarbeiten in den Zügen und Bussen mitfahren zu lassen, die im Zweifelsfall dem Gast zusätzlich mit Rat und Tat zur Seite stehen würden. Ich kenne das aus den Straßenbahnen von Riga, den Bussen von Ostrava oder der U-Bahn in Toronto und fand es jedes Mal toll.
Eine Kamera hilft nicht, wenn ein Fahrgast während der Fahrt belästigt oder angegriffen wird und ‘Verbrecher’, fängt sie auch nicht. Es sorgt nur für weitere Daten, die missbraucht werden und Kosten ohne direkten Mehrnutzen … die am Ende wieder bei den Fahrgästen abgeladen werden.

Beim SpOn wird berichtet, dass nachdem in den letzten Wochen bei Beispielen wie ProSiebenSat.1 und bei BILD.de laut darüber nachgedacht wurde, es bald für den Onlineauftritt des UK-Qualitätsblattes ernst wird: Inhalte nur noch nach Rechnung. Ich bin ja mal gespannt.

Kurze Randnotiz eines Informanten: Die Location für Highfield 2010 steht. Soll wohl eine sehr schön anzusehende Halbinsel in der Nähe von Leipzig werden.

Für alle, die sich gewundert haben, was in den letzten zwei Wochen los war oder besser gesagt, hier nicht los war


Es wird wieder einmal Zeit, eine Vorankündigung zu geben. Nachdem schon einige unkten, dass es in 2010 keine Chemnitzer Linux Tage geben wird, kann diese Pessimisten das Orga-Team eines Besseren belehren: Zumindest sind welche geplant. Dieses Mal steht die mehrtägig Veranstaltung rund um Linux und freie Software unter dem Motto »Dienste und Dämonen« und wird vom 13 bis 14. März 2010 gehen. Der Veranstaltungsort ist natürlich wieder wie gwohnt: TU Chemnitz.
Für jeden, der sich berufen fühlt, etwas zu diesem Thema zu sagen oder ein interessantes Projekt vorstellen möchte: Der Call for Lectures läuft noch bis Anfang Januar ….
Update: Natürlich gibt es dieses Jahr auch wieder ein PGP-Keysigning dort. Also nichts wie anmelden!
