Schuldenkrise oder über Müßigkeit des Maßes

Der SpOn berichtet über eine im Rahmen erfolgreiche Auktion von Staatsanleihen von Spanien.

Für eine Anleihe mit fünf Jahren Laufzeit muss das hochverschuldete Land einen durchschnittlichen Zins von 4,023 Prozent hinlegen. Zu Monatsbeginn waren es noch 5,276 Prozent gewesen.

Es fällt relativ schwer zu beurteilen, wie schwer ein Staat verschuldet ist. Welche Schulden zählen hinein? Wie sieht es mit Rückstellungen für z.B. Rente oder zukünftige Ereignisse aus? Krankenkassen? Städte? Bundesländer? Auch ist es relativ schwer, ein Maß für die Größe zu finden. Also eine Vergleichsgröße. Einwohner? Wirtschaftsleistung? Wenn ja, welche? Bruttosozialprodukt? Bruttoinlandsprodukt? Und so weiter, und so fort.

In der Regel wird heute die Staatsverschuldung gegenüber dem Bruttoinlandsprodukt betrachtet. Also dem ‘Wert’, den alle im Inland arbeitenden Menschen erwirtschaften. Steigt die Verschuldung über 60% eben jenes BIP ist es ein Widerspruch zum sogenannte Maastrichtsvertrag, der einen Großteil der modernen europäischen Gemeinschaft begründet…

Wieso der Ausflug dorthin? Relativ einfach: Betrachtet man die ‘enorme’ Verschuldung von Spanien, so stellt man fest, dass sie Anfang 2011 laut der Quelle bei rund 60% lagen — Deutschland kommt bei der gleichen Liste übrigens auf wesentlich bessere 83,2% …. Wer ist hier also hoch verschuldet? Und wieso muss Spanien ungefähr doppelt soviel an Zinsen zahlen als Deutschland?

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