Keine Angst, ich lebe noch. Allein, mir fehlen die Worte, mit denen ich aktuell kommentieren sollte…
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Seit ein wenig mehr als 3 Monaten hat der Hackspace in Jena einen Raum im Meat-Space. Die Mietvereinbarung läuft noch rund 3 Monate: Ein guter Zeitpunkt um an einer Art Bergfest Résumé zu ziehen, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen sowie einen Ausblick riskieren. Wohin soll es gehen?
Alles angefangen hat Anfang 2010. Da gab es die Idee, den verschiedenen Grüppchen rund um freie Software, Linux, AK Vorrat, Freifunk und so weiter, im Grunde die üblichen Verdächtigen, einen Raum zu schaffen, in dem auch was ‘geschafft’ werden kann. In den man sich treffen und gemeinsam an Projekten arbeiten kann. Bis dato gab es mehr oder weniger regelmäßige Stammtische an verschieden gemütlichen Treffpunkten. Alle mitsamt leider wenig geeignet, längerfristige Projekte zu erledigen oder spontan etwas zu machen. Das prinzipielle Konzept eines Hackspace war aus anderen Städten bekannt, allein ein Raum hat gefehlt.
So führten wir in 2010 die ersten Gespräch und trafen dabei auf 3 Probleme, die uns eigentlich bis heute treu geblieben sind:
- Es ist relativ schwer in einer verständlichen und überzeugenden Art und Weise zu erklären, was man in einem Hackspace macht
- Einen Raum zu finden, der geeignet und bezahlbar ist
- Hinreichend Spinner zu finden, die mitmachen ;)
So verliefen erste Gespräche auch im Sande; scheiterten nicht zuletzt an der Finanzierung – aufgegeben wurde aber nicht, sondern vielmehr in den virtuellen Raum ausgewichen. (Der ein oder andere wird sich hier an Sowjet-Unterzögersdorf erinnert fühlen… Spieltipp!). So wurde also mit der Zeit ein Wiki angelegt, eine Mailingliste, ein Versionsverwaltungssystem und natürlich ein Chat. In der Meat-World lief die Kommunikation weiter über die einzelnen Stammtische oder bei gemeinsamen Mittagessen ab.
Im Sommer 2011 dann nun aber der glückliche Umstand. Bei einem weiteren Gespräch wurde uns die Möglichkeit angeboten, einen Raum in Jenas Wahrzeichen zu erhalten. Gesponsert durch Unternehmen aus der TowerByte e.G., einem Zusammenschluss von Internetunternehmen in Jena. vorerst beschränkt auf ein halbes Jahr und mit den üblichen Einschränkungen im Business Umfeld, konnte man diese Möglichkeit natürlich nicht ausschlagen. Und so kam es, weshalb Ihr jetzt diesen Beitrag lest.
Der Raum liegt im der 5. Etage des Jentower im idyllischen Jena. Ein Kompromiss für diese Lage ist der Verzicht auf Löten und offenes Feuer, sowie relativ restriktiven Einschränkungen beim Betreten des Raumes. ID-Karte, Rezeption, Anmeldungen .. Aber: Es ist ein Raum, um sich zu treffen und gemeinsam an Dingen zu arbeiten – Ein großer Schritt!. Es ist warm, trocken. Es gibt Internet und Mate. (Seit neusten auch schön gekühlt dank einer freundlichen Spende ;) )
Aber alles der Reihe nach. Im September konnten wir den Raum beziehen und uns einleben. Nachdem der Anfang etwas langsam vonstatten ging, hat es nun langsam Fahrt aufgenommen. In ungeordneter Reihenfolge einmal Projekte/Aktionen/…, die unter anderem unter Mitwirkung der Verbindung durch den Raum unternommen wurden innerhalb der ersten 3 Monate:
- Erfahrungsaustausch der LUG mit Slots für eigenen Vorträge
- Kleine Vortragsreihe zu x86-Assembler und maschinennahen Programmierung in Zusammenarbeit mit Ick aus der M18 aus Weimar
- Raum für Freifunktreffen
- Ausflug zur sub:conf ins Sublab nach Leipzig
- Ausflug zur M18 nach Weimar mit Gegenbesuch
- Elektronik-Weihnachtskalenderbastelei und Legokalender
- Diverse Sammelbestellungen für Elektronik-Klimbim
- Vorstellung von Hackerspaces bei der Piraten HSG Jena
- Kleinere Dokuwiki und OpenWRT-Firmware-Spielereien
- ….
Und natürlich ist das Treffen von Leuten nicht zu kurz gekommen, so dass sich zu den üblichen Verdächtigen der LUG und von Freifunk eine Reihe neuer Gesichter gesellt haben.
Auch beim gefühlt liebsten Kind der Deutschen, der Vereinsmeierei (oder bei uns auch Vereinshackerei…) sind wir einen großes Stück voran gekommen. Gab es Anfang des Sommers nicht viel mehr als eine erste Idee, basierend auf der Satzung von anderen Hack(er)spaces einen Verein zu gründen, der bei den notwendigen Organisationsarbeiten unterstützt und einen Raum zur Verfügung stellt, sind wir inzwischen in einem Stand, aus dem zeitnah der Verein tatsächlich gegründet werden kann. Konkret liegen die Satzung und die Geschäftsordnung zur Vorabprüfung beim Vereinsregister und Finanzamt mit Ziel, im Januar die konstituierende Versammlung zu erledigen und den Verein anzumelden — die Vorbereitungen für eine Beantragung der Gemeinnützigkeit inkludiert.
Aber:
Mit dem Blick auf Februar gerichtet, wird langsam aber sicher klar: Ganz klar, wie es weitergeht, ist es nicht. Die aktuelle Vereinbarung läuft nur noch, ich erwähnte es ja weiter oben schon, bis Ende Februar. Danach stehen wir vorerst wieder vor den gleichen Fragen, wie bereits im Jahr zuvor: Wo könnte man unter kommen und wie kann man es finanzieren. Allerdings sind wir einen großen Schritt weiter. Durch die Nutzung des Raumes konnten wir auf der einen Seite erste praktische Erfahrungen mit einer eigenen Unterkunft sammeln. Auch konnten wir mehr Leute mit der Idee erreichen und tatsächlich ist die Zahl der Abonnenten der Mailingliste um rund 1/3 gestiegen.
Und hier sind wir nun bei dem nahezu unausweichlichen Thema in heutigen Tagen: Die Finanzen. Zwar sind wir auch bei der Finanzierung einen großen Schritt weiter gekommen. Mate, Vergrößerung des Bekanntheitsgrades und regelmäßige Aktionen haben einen Teil dazu beigetragen. Blendet man den Gedanken an mögliche Spenden einmal aus, so fehlen mit Ausblick auf eine erfolgreiche Gründung des Vereins und einer vorsichtigen Schätzung des Mitgliedsbeitragsaufkommens immer noch rund eine dreistellige Summe im Monat für einen realistischen Ansatz zur selbstständigen Finanzierung eines Hackquartiers. Wie groß diese Lücke tatsächlich ist, ist recht schwer zu sagen und wird sich wohl erst in den nächsten Wochen zeigen, wenn tatsächlich der Verein Wirklichkeit wird. Ausgeglichen könnte diese Lücke durch Förderprogramme von z.B. der europäischen Union oder durch kommunale bzw. Landesfördermittel und hier liegt definitiv auch noch Potential für die nächsten Monate verborgen: Wo kann man auf Grund von was welche Fördermittel eventuell für die Idee oder für konkrete Projekte im Hackspace bekommen?
Aber Geld und Platz hin oder her. Wichtig ist, das es voran geht und so schaue ich zumindest optimistisch auf die Monate die vor uns liegen: 28c3 mit “No Nerd left behind”, Vereinsgründung, Vorträge, Hacksessions, RepRap, Microcopter, Arduino, Lego, ….. Es gibt soviel Sand! Lasst und ein paar Förmchen holen und Sandburgen und Sandkuchen und Türme und, und, und bauen!
Mal etwas positives habe ich heute in der OTZ gelesen: Eisenbahnfreunde gemeinsam mit der DRE und kommunalen Einrichtungen haben die Teilstrecke Langenbuch – Schleiz-West der Wiesantatalbahn wieder fit gemacht, so dass theoretisch wieder Zugverkehr stattfinden kann.
Abgeordnetenwatch.de ist eine Plattform, auf der Politiker sich den Fragen des Stimmviehs der Bürger stellen können und sollen. Man kann dort eine Frage hinterlegen und hoffen, dass ein Abgeordneter eine Antwort darauf gibt oder nicht. Einfacher und schöner als das übliche Fax- oder Briefschreiben. Auch kann es als eine gewisse FAQ weiter gedacht werden – Wenn 20 Menschen die gleiche Frage haben, muss diese nur einmal beantwortet werden. Aber das soll hier keine Werbung für das Portal sein — auch wenn ich mir eine positive Meinung nicht unbedingt verkneifen mag.
Nun hat sich die Wiesbadener Stadtratsfraktion der CDU, proaktiv gegen eine ungefragte Aufnahme ausgesprochen. Ihr gutes Recht – wenn auch eine diskussionwürdige Idee.
Interessant ist aber eine der Begründungen dafür:
Thomas Kroppen, Geschäftsführer der Wiesbadener CDU-Fraktion, bestätigte gegenüber heise online, dass sich die Rathaus-Abgeordneten an die Plattform gewandt haben. Kommunalpolitiker seien nicht so wie Landes- oder Bundespolitiker Personen des öffentlichen Lebens. Auch seien sie nicht wie jene derart gut ausgestattet, um alle Anfragen beantworten zu können. Es gehe darum, dass die einzelnen Rathaus-Politiker der CDU einzeln gefragt werden wollen, ob sie bei Abgeordnetenwatch aufgenommen werden.
(via heise.de)
Volksvertreter auf Stadtebene sind also keine Personen des öffentlichen Lebens? Sind sie nicht für die Wähler im Stadtrat etc. und sollen dort die Interessen derer vertreten? Was ist einfacher als ein paar Fragen ab und an bei einem Onlineportal zu beantworten? Dem Bürger ein wenig näher an die Entscheidungen heran bringen? Man kann das Portal als Problem ablehnen, weil man die Implementierung oder was weiß ich nicht gut findet. Aber eine grundsätzliche Ablehnung des Prinzips …..
Update: Recht nett ist auch die Erklärung auf der Kontakt-Seite der Fraktion …
Ich bin mit der Erhebung, Speicherung und Nutzung der vorstehenden personenbezogenen Daten sowie der besonderen Arten personenbezogener Daten (§ 3 Abs. 9 BDSG, z. B. politische Meinungen) einverstanden, um mich über Veranstaltungen und die politische Arbeit des Betreibers dieser Webseite zu informieren. Die Daten werden ausschließlich vom Betreiber dieser Webseite genutzt und nicht an Dritte übermittelt. Der Nutzung meiner Daten kann ich jederzeit widersprechen.
Bei den vier großen Buchstaben gibt es einen Bericht über Leichenteile, die wohl bei/in Leipzig im Elsterflutbett gefunden wurden. Sicher nicht das schönste, das einem passieren kann.
Gruselig aber auch der Satz aus dem Artikel:
Möglicherweise wurden die Leichenteile laut Polizei auch in Tschechien ins Wasser geworfen und bis nach Leipzig gespült.
Das Elsterflutbett ist eine Umleitung für die Weiße Elster, die zwar in Tschechien entspringt, aber nicht viel damit gemein hat. Nach ca. 10km überschreitet sie die Grenze nach Deutschland. Ein Oberkörper, der von dort bis nach Leipzig mitgeschemmt wird nicht unbedingt wahrscheinlich. Interessanter macht diese These sicher auch die Talsperre Pirk….
Heute morgen habe ich mal wieder $Morgenmagazin gesehen und mich an den Diskussionen rund um das Rettungspaket für Griechenland, Sparmaßnahmen, Bankenkontrolle und Transaktionssteuer erfreut. Es wurde debattiert, vorgeworfen, erpresst, genötigt, getagt … allein …. wem ist eigentlich genau klar, um was es dabei geht?
Nehmen wir einmal das fast schon zur Zeit berüchtigte Sparpaket für die Griechen als ein Beispiel. Was enthält es? Was soll da den Griechen abgefordert werden? Klar, soviel kennen wir aus der BILD. Die faulen Zeiten in Griechenland sind vorbei. Jetzt muss angepackt werden! Was bedeutet das? Danke lieber ÖRR für die Hintergrundberichterstattung. So schwer kann es doch nicht sein, bei einem 5-Minuten-Bericht 2 Folien mit den groben Forderungen einzublenden.
Was bedeutet eine Transaktionssteuer? Was bedeutet die Aufstockung der Kapitalquote bei Banken? Was ist gleich der Solidaritätszuschlag und wie funktioniert dieses Meisterwerk an Verschachtelung? Eine Folie zu Beginn des Berichtes und bisschen weniger Anne-Günther-Maischberger.
Wir erinnern uns noch, dass uns Bundeskanzlerin im Frühjahr ein schönes, neues Flugzeug bekommen hat, benannt nach dem ersten Kanzler der damals noch jungen Bundesrepublik — Konrad Adenauer und damit in einer gewissen Tradition. Die Wikipedia hat ein paar Informationen darüber.
Nun. Und jetzt ratet mal, welche Maschine den Papst von Berlin nach Erfurt gechartert hat. Genau. hier ein Vorbericht dazu.
und die Springer Presse ist total begeistert. Die komplette Springer-Presse? Wohl kaum … wirft man einen Blick auf die Publikationen der Axel Springer AG.
(Danke an GB für den Hinweis)
Nicht nur, dass verarbeitete Produkte teurer als die Rohstoffe sind, nein, wir werden auch noch schamlos abgezockt dabei!
(BILD)
Ich werde wohl wieder öfter selber kochen und dabei 300% sparen! Yeah!
Wie berührt waren wir, als vor einigen Wochen die Elite der Deutschen verkündet hat, dass sie gerne mehr Steuern zahlen würden. Unter anderem das Handelsblatt berichtete darüber. Sie wollen, dürfen aber nicht. Wenn man einen Blick auf den Bundeshaushalt wirft, ein fragwürdiger Widerspruch. Ist es aber tatsächlich einer?
Beispielhaft dafür:
Sänger Marius Müller-Westernhagen würde ebenfalls mehr Steuern abgeben. „Ein paar Prozentpunkte mehr Steuern machen Wohlhabende nicht arm“, erklärte er. „Es werden sogar alle reicher, wenn die Einnahmen konsequent zur Schuldentilgung genutzt werden und Zukunft statt Zinsen schaffen.“
Bei einem haben sie recht: Der Spitzensteuersatz ist in den letzten Jahren gesunken und insgesamt ist die Besteuerung in Deutschland nicht unbedingt auf dem vergleichsweise höchstem Niveau.
Aber: Wenn man sich bei der Steuererklärung ungleich begünstigt fühlt, kann man etwas machen. Man muss nur wollen. Ich rede jetzt nicht vom Weglassen / nicht nutzen irgendwelcher Freibeträge, das natürlich immer geht, sondern konkret über die Beteiligung an der Tilgung der Staatsschulden — dafür gibt es nämlich, Herrn Müller-Westernhagen wird es freuen, ein Konto, das direkt in den Haushalt, eben just für die Schuldentilgung durchgereicht wird. Ich habe letzte Woche darüber mit einem netten Mitarbeiter des Finanzministeriums Mailverkehr gehabt und von ihm diese Information bekommen:
Bürgerinnen und Bürger können dem Staat freiwillig Geld schenken. Das geht dann wie folgt: Einzahlungen als freiwillige Geldleistungen, die nach dem Willen des Einzahlers zur Schuldentilgung des Bundes bestimmt sind, werden im Bundeshaushalt bei Kapitel 3201 Titel 325 11 vollständig vereinnahmt und zweckgebunden zur Schuldentilgung verwendet. Es entstehen keine Verwaltungsgebühren seitens des Bundes. Der Spender kann eine freiwillige Geldleistung auf das Konto der Bundeskasse Halle/Saale bei der Deutschen Bundesbank, Filiale Leipzig, mit der Kontonummer 860 010 40, Bankleitzahl 860 000 00, einzahlen.
Falls die Bürger also Spenden wollen, geben diese im Verwendungszweck idealerweise das Stichwort “Schuldentilgung” an.
Kurz gesagt: Geld, dass zur Tilgung der Gemeinschuld ‘gespendet’ werden soll, muss einfach nur mit dem Betreff “Schuldentilgung” an die Bundeskasse in Halle/Saale bei der Deutschen Bundesbank überwiesen werden.
Darum: Unter dem Blogpost findet sich eine flattr-Button sowie ein Google-Adsense-Banner (man möge mir dies verzeihen, ist es doch für einen guten Zweck). Alle Einnahmen die darüber auflaufen werden ich an das Konto weiterreichen — Kleinvieh macht schließlich auch Mist.
P.S. Zugegeben. Freiwillige Zuwendungen zum Gemeinwohl sind nicht einfach, wenn man nicht weiß wie. Davon weiß auch ein Artikel bei Welt Online zu berichten.

