Posts Tagged ‘DB’
Juli 6th, 2011
Mir ist eine Pressemitteilung der DB AG über den Weg gelaufen, die für alle Trassenanwohner eventuell gute Nachrichten bedeuten kann:
Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und die Deutsche Bahn AG planen die Einführung eines lärmabhängigen Trassenpreissystems zum Dezember 2012.
(Pressemitteilung der DB AG)
Es soll ein Bonus an die Betreiber von modernisierten Güterwagen gezahlt werden, so dass die Trassenpreise für diese günstiger werden. Mittelfristig könnte dies wirklich bedeuten, dass die kaputten Güterwagen aus dem Verkehr gezogen werden, aus rein wirtschaftlichen Beweggründen. Wir werden sehen. Schlecht wäre es nicht und wohl nicht nur für die Anwohner eine gute Nachricht.

Februar 8th, 2011
Lange Jahre war es üblich, Strecken im Schienenpersonennahverkehr auch ohne Ausschreibung an einzelne EVU zu vergeben — meist war es hier die DB AG mit der DB Regio AG als Tochter. Dies hat natürlich den Vergabeprozess wesentlich vereinfacht, sorgte aber auch dafür, dass nicht immer der günstiges bzw. der beste Anbieter die Strecke bedienen durfte und so der Mauschelei die Tür noch weiter offen stand. Wir in Thüringen kennen das Ergebnis auf der ein oder anderen Verbindung in Mittelthüringen ganz gut.
Nach dem heute vom Vergabesenat des BGH gefällten Beschluss dürfen Länder oder Verbünde den Betrieb von Regionalstrecken nicht mehr direkt an einen Bahnbetreiber vergeben, sondern sie müssen ausgeschrieben werden. Damit stärkt das Gericht den Wettbewerb auf dem deutschen Schienenmarkt.
(via welt.de)
Konkret ging es in dem Fall um eine ‘Ausschreibung’ im VRR (NRW), bei dem es zu Problemen mit einem Vertrag aus 2004 gekommen ist. 2009 hat der VRR mit der DB die Streitigkeiten geklärt und eine Vereinbarung geschlossen, die über die ursprünglich hinausgeht — unter anderem in der Laufzeit. Das brisante an der Sache ist, dass eben genau diese Vereinbarung der BGH nun zurück geholt und für nichtig erklärt hat. Es könnte also zu der ein oder anderen Überraschung im SPNV im VRR kommen in nächster Zeit. Eine Ausdünnung des S-Bahn-Verkehrs ist schon in Gespräch. Auch habe ich schon von Befürchtungen über einen Notverkehr mit Silberlingen gelesen. Was mich dabei aber beruhigt: Beim Ausdünnen von S-Bahn-Verbindungen kennt sich die DB ja zumindest aus und kann beratend zur Seite stehen :D
Update: Habe Rückfragen zu dem Thema ‘offline’ (also dort, wo der Pizzamann herkommt) bekommen. Zugegeben, das ganze Thema ist recht länglich und langwierig. Die ganze Entwicklung hat mit der sogenannten Bahnreform Anfang der 1990er begonnen, deren Ziel es u.a. war, den Schienenpersonen(nah)verkehr in Deutschland auf privatwirtschaftlich organisierte Beine zu stellen und weg vom staatlichen Monopolisten Deutsche Bundesbahn zu gehen. Im Rahmen dessen wurde unter anderem auch die Deutsche Bahn AG gegründet, die nun unter privatwirtschaftlichen Aspekten Schienenverkehr anbietet. Um dennoch einen Anreiz zu bieten, zum Beispiel wenig frequentierte Strecken im Nahverkehr zu bedienen (kaum eine Nahverkehrsstrecke wirft ohne Zuschuss wirklich Gewinn ab unter Vollkostenrechnung, wenn man ausschließlich von Fahrkarten leben möchte), wurden die Reginalisierungsmittel geschaffen: Zahlungen vom Bund, die durch Länderrorganisationen zur Beauftragung von SPNV genutzt werden — also im Grunde eine Art indirekte Weiterführung der Subventionen der Bundesbahn. Für diese Beauftragungen von Verkehrsunternehmen, oder Verkehren wie man so schön in dem Kontext sagt, sollten natürlich die Verbindungen ausgeschrieben werden, um den besten Anbieter zu finden und verantwortungsvoll mit den Steuergelder um zu gehen. Und genau hier lag in der Vergangenheit das Problem: Es wurden Strecken an z.B. die Deutsche Bahn gegeben, ohne eine richtige Ausschreibung gemacht zu haben. So viel sei aber zur Fairness hier erwähnt: Meist im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten und nicht immer zum Nachteil von Wettbewerb und Kunden. Also uns.

Dezember 19th, 2010
Kann sich noch wer daran erinnern?

Irgendetwas hat sich da verändert.

Oktober 17th, 2010
Weil es heute irgendwie schon ein wenig um die Bahn ging, möchte ich noch auf einen Artikel ebenfalls beim SpOn verlinken, in dem auf die Probleme des Güterverkehrs auf der Schiene eingegangen wird.
Hintergrund ist, dass durch die Investitionen in schnelle Neubaustrecken der Güterverkehr in Probleme kommt, da dieser die meisten Strecken nicht oder nur eingeschränkt nutzen kann. Hingegen fehlt durch die Investitionen aber das Geld, Nebenstrecken und Ausweichgleise etc., also die wichtigen Sachen für einen gemischten Verkehr, zu erweitern oder zumindest auf den aktuellen Stand zu halten.

Oktober 17th, 2010
Nur weil wir einen gemeinsamen Markt in der EU haben und öffentlich immer von ‘unserem’ Europa reden, bedeutet das nicht, dass es keinen Protektionismus mehr der einzelnen Länder gibt.
Wir Deutschen sind da natürlich Spitze, aber natürlich auch empört, wenn es ein anderes der europäischen Länder macht. Ein besonders heißer Teilmarkt ist da die Bahntechnik und alles darum herum.
Unterschiedliche Stromsysteme und Bahnsteuerungstechnik sorgen dafür, dass manche Züge mit 2 oder 3 System ausgerüstet sein müssen, die im Grunde alle die gleichen Aufgaben erfüllen, nur um eine Verbindung mit den europäischen Nachbarn zu ermöglichen. Es gibt zwar Bestrebungen, die anzupassen (siehe unter anderen hier), aber dies sind naütlich keine Aktionen, die von jetzt auf gleich wirken.
Nun scheint es so, als ob Siemens neue Züge für den Eurostar liefern soll und die DB zusätzlich noch eine eigene Verbindung Köln-London anbieten möchte, die sie natürlich auch mit Siemens Velaro aka ICE 3 bedienen möchte. Natürlich ist die französische Regierung nicht sonderlich begeistert und der SpOn hat einen Artikel dazu.

Oktober 7th, 2010
Am Wochenende hatte ich bereits das Vergnügen, die neue Version der Software für die Fahrkartenautomaten ausprobieren zu können, wie es bei golem.de einen kleinen Artikel gibt. Sie haben ein nettes, kleines Userinterface gestrickt, dass ganz ok aussieht und sehr stark an eine Webanwendung des “Web 2.0″ erinnert. Nur allein, einfacher und übersichtlicher ist es aus meiner Sicht nicht geworden.
Zwar sind die vorausgewählten Einstellung meist in Ordnung (für mich), aber die alte Software, wenn auch etwas grobfällig, fand ich besser zu bedienen. Vorallem schneller zu bedienen. So würde ich sagen:
“Ziel ist es, dass die Kunden mit deutlich weniger Klicks zum Ziel kommen”, sagte Auferkamp.
Ziel verfehlt. Aber hier kann man schon erahnen, wo die Wurzel des Übels in der Erde liegt: Das Interface sieht tatsächlich so aus, als ob es sich sehr, sehr gut mit der Maus bedienen lässt. Mit Stummelfingern auf den schwerfälligen Touchscreens bei 10° unter Null herschen aber minimal andere Anforderungen.

September 7th, 2010
Bei BILD gibt es heute einen Bericht über einen Angriff von Jugendlichen in der S-Bahn zu Rostock. Dabei wird ein sehr schönes Symbolfoto verendet

Wenn ich mich nicht gar täusche, ist das ein Bild aus den Anfangsjahren der 1990er. Damals, als die Welt noch schön war und die Reichsbahn noch nicht DB war ….
Update: Für die, die keine Pufferküsser sind. Das Logo (markiert) sieht auch wenn es nicht richtig zu erkennen ist, wie das Logo der Deutschen Reichsbahn (DR) aus, die nach der Vereinigung von BRD und DDR noch ein paar Jahre weiter existiert hat. Ebenfalls markant ist die (hässliche) Lackierung der Wagen, die kurz nach der Vereinigung genutzt wurde. (Wenn ich mich richtig erinnere, waren diese Wagen vor der Wende in einem Braun-Ocker-Ton lackiert.) Heute sind die Wagen ja in Verkehrsrot lackiert bei der DB Regio. Auf Version der Wagen möchte ich gar nicht erst eingehen

Juli 12th, 2010
Es tut mir fast im Herzen weh, wenn ich die Berichte über die Bahn der letzten Tage so lese: Ausgefallene Klimalagen in Zügen, in denen sich die Fenster nicht oder nur ungenügend öffnen lassen. Eine ICE-Flotte, deren 2. Generation eine Generalüberholung bedarf oder allgemein, dass Krisenmanagement. S-Bahnzüge die nicht fahren können, weil Wartungsintervalle nicht eingehalten wurden|werden oder die ebenfalls mit Hitzeproblemen zu kämpfen haben. Achs- und Drehgestellschäden an vielen Güterwagen. Ursache scheint, zumindest kommt es hier so an, überall der Sparwahn zu sein.
Fehler können vorkommen, man muss nur aus Ihnen lernen. Vielleicht müssen wir uns nur einmal wieder vor Augen führen, dass die Bundesrepublik 100%er Eigentümer der DB AG, die wiederum die Holding für z.B. die DB Fernverkehr (die Herrin der ICE), ist und somit wir als Gesellschaft über unsere Volksvertreter was machen könnten, die Bedingungen zu verbessern. Leider habe ich aber das Gefühl, die die Aufsichtspflichten durch die von uns delegierten Stellen nicht wahrgenommen werden.
Unabhängig davon, sollten einfach auch bestimmte Teile der Infrastruktur nicht in private Hand überführt werden, da es eine ureigene Aufgabe der Gesellschaft ist, sich selbst um die Rahmenbedingungen zu kümmern. Damit jeder Mensch, jedes Mitglied der Gesellschaft, sich richtig entfalten kann. Aber das ist ein anderes Thema ….

Mai 16th, 2010
Wenig hat man davon in der Presse oder den Medien mitbekommen, da andere Themen wichtiger waren. Dabei hat es einen signifikanten Einfluss. Die DB AG plant, den britischen Verkehrskonzern Arriva zu übernehmen. (Vgl. dazu unter anderem SpOn)
Interessant ist diese Übernahme, wenn man sich nur auf Deutschland beschränkt. Dort betreibt Arriva eigene EVU und Busunternehmen, die in direkter Konkurrenz zu den Aktionen der DB Regio AG und der DB Stadtverkehr. Für die Thüringer spielt da vor allem die damit einhergehende Übernahme der Vogtlandbahn, die einen signifikanten Anteil der Verkehrsdienstleistungen in Ostthüringen bzw. Vogtland übernimmt. Aber auch die anderen Gesellschaften von Arriva in Deutschland lesen sich sehr interessant.
Diese Entwicklung halte ich für sehr gefährlich, ist sie doch der Zielstellung der Diversifikation der Bahnreform der früher 1990er gegenläufig. Entgegen aber der normalen Konzentrationsbestrebungen in der Wirtschaft, agiert hier ein, wenn auch als AG firmiert, ein staatliches Unternehmen.
