Es war mal wieder der letzte Mittwoch im Monat und wie gewohnt, gab es das Chaosradio auf Fritz. Diesmal ging es um Freifunk und offene WLAN. Gäste waren dabei Erdgeist und Alex Morlang.
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Am 18. März 2010 wird der BGH auf höchster Instanz zu einer Frage der Mitstörerhaftung entscheiden. Anlass war das nicht autorisierte zur Verfügung stellen eines urheberrechtlich geschützten Musikstückes über ein nicht ausreichend gesichertes WLAN.
Auch wenn es nicht die von uns Freifunkern immer wieder geforderte Rechtssicherheit herbei bringen wird, wird dieses Urteil sehr wahrscheinlich eine Richtung für zukünftige Urteile bei anderen Gerichten geben. Lasst uns das Beste hoffen.
Update: Freifunker bundesweit unterstützen diesen Prozess auf Grund der fundamentalen Bedeutung für das freie Funken. Informationen dazu gibt es zum Beispiel auf unseren Seite aus Jena -> hier
Nachdem ich von einem Leser gerügt wurde, immer nur negative Sachen zu kommentieren, heute einmal etwas positives:
Freifunk nimmt langsam auch in Jena Fahrt auf. In den letzten Wochen konnten wir 3 neue Knoten in der Innenstadt bzw. in Jena Ost an das Netz nehmen und auch den einen oder anderen Interessierten gewinnen. So haben sich nach dem Vortrag bei den Piraten zu Jena zwei Piraten gemeldet und insgesamt gab es, trotz dem ein oder anderen berechtigten Kritikpunkt, recht positive Rückmeldungen von dort.
Darüber hinaus hat Micha in Zusammenarbeit mit den Hallenser Freifunkern erste Erfolge bei der Nutzung eines per VPN verbunden, anonymen Internetuplink per VPN erzielt. Hier wird es also in nächster Zeit auch noch positive Dinge zu berichten geben und so den Uplinkanbieter etwas mehr Sicherheit geben.
Also alles sehr positiv…
Vorallem für die Freifunkgemeinde könnte dieser Streit interessant werden. Wie die Allgemeine Zeitung, zumindest online, am Freitag berichtete, bekam ein 38 jähriger Besuch von einem Sondereinsatzkommando der Polizei. Grund hierfür war, dass er ein freies WLAN anbot, über das sein Nachbar eine Amokdrohung in die Weiten des WWW gesendet hat. Da leider immer noch die Meinung besteht, IP = Kunde = Eigentümer = Verursacher wurde offensichtlich davon ausgegangen, dass der Besuchte diese Drohung ausgesprochen hat. Das diese in Zeiten von WLAN und Proxyservern nicht mehr automatisch der Fall sein kann, muss ich wohl keinem nochmal genauer erzählen. Im Netz existieren eine Menge von wirksamen Angriffen für WEP, WPA und auch für WPA2 so dass auch ein solch verschlüsseltes WLAN nicht sicher ist. Immerhin ist WLAN so, als ob man sich mit dem Megaphone auf dem Markt stellt und darauf hofft, dass einen niemand weiteres versteht.
Zurück zum Thema. Abgesehen von den unangenehmen Folgen in der Nachbarschaft (es fällt auf, wenn ein SEK die Tür öffnet), ist bei dem Eindringen auch Sachschaden entstanden. Um den geht es nun.
Eigentlich eine klare Sache. Es ist ein Schaden entstanden, der beglichen werden muss. Der Schaden ist entstanden, weil die Wohnung des Anschlussinhabers gestürmt wurde, ohne (zumindest geht da nichts weiter aus den Quellen hervor) eine genauere Prüfung. Evtl. hätte der Einsatz komplett verhindert werden können. Warum nun aber für Freifunker interessant? In einem Zitat des Polizeipräsidenten im gleichen Artikel heißt es:
„Durch den Betrieb einer ungesicherten W-Lan-Verbindung hat der Betroffene einen Schadensersatzanspruch verwirkt“
Da jeder Freifunker der HNA anbietet, im Grunde in der gleichen Situation ist, bin ich gespannt, was die Gerichte hier entscheiden, denn zum Glück ist ein Polizeipräsident immer noch in der Exekutiven.
Diese Woche ist es soweit. Die Freifunker zu Jena wollen zum ersten Mal sich zu Ihrem zukünftigen regelmäßigen Treffen zusammen finden.
Was wird dort getan?
- Antennen bauen
- Router flashen
- Fragen aufwerfen und beantworten
- Club Mate trinken…
Wo & Wann?
1. und 3. Dienstag im Monat, gegen 20h in der Japs – Schillergaesschen 5, oberste Etage.
