“OH MEIN GOTT, es war schrecklich! Immer und immer wieder hat das Killerspiel auf den armen Mann eingeschlagen und dann hat es seinen Controller gezogen und ihm einfach ins Gesicht …. mit dem Nunchuk! Es war einfach nur grausam….”
So oder so stelle ich mir die Gedanken der Politiker vor, wenn ich solche Dinge lese:
Killerspiele halte ich für abartig und gefährlich. Da sollten wir mit einem Verbot ernst machen
(Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech via u.a. gulli.com)
Ein Verbot von Waffen, C[D|S]U oder der Kirche kommt aber natürlich nicht in Frage, weil $ausrede1, $ausrede2, $ausrede3.
Computerspiele sind wie andere Spiele — Kartenspiele, Brettspiele, Liebesspiele — vor allem zwei Dinge: Unterhaltung und Kunst. Der Schöpfer möchte eine Botschaft übermitteln, die er manchmal mehr, manchmal weniger gekonnt verpackt oder die von ehr geringer, gesellschaftlicher Bedeutung ist.
Was nun aber der Rezipient daraus macht, d.h. zum Beispiel wie er darauf reagiert, liegt dem Werke an sich nicht inne. Einen zwingenden, kausalen Zusammenhang gibt es nicht. Wenn es aber am Empfänger liegt, wie er dieses Medium konsumiert und die Erfahrungen daraus verarbeitet, übernimmt die Diskussion über “Killerspiele” und die darin immer wieder auftauchende Zensur durch den Staat eine Interpretation, gar bisweilen eine Bevormundung, für den mündigen Bürger, der sehr wohl entscheiden soll und kann, was und wie er konsumiert und was nicht.
Natürlich gibt es, wie überall, grenzwertige Auslegungen der Thematik. Sollte man diese aber nicht zur Anregung einer Debatte nutzen, anstatt sie zu verleugnen? Anstatt weg zu sehen oder ausblenden? Das Problem der amoklaufenden, sich vom Leben betrogen fühlenden Jugendlichen, durch wegsehen und Untätigkeit ausgelöst, kann man nicht durch die gleichen Muster lösen.

