Posts Tagged ‘Microsoft’
Juni 1st, 2010
Nach IT-Angriffen in China hat Google die Abkehr vom Betriebssystem Windows beschleunigt. Die Microsoft-Software soll auf produktiven Systemen im Unternehmen nur noch mit Sondergenehmigung vom IT-Chef laufen.
(via golem.de)
Anstatt Windows, wird nun MacOS, Linux oder Chrome OS (also eigentlich auch Linux) eingesetzt.
Manchmal könnte man tatsächlich neidisch werden, da es da draußen immer noch Firmen gibt, die Windows zwingend vorschreiben und bei denen Outlook und MS Office als produktive Tools des Prädikates “unschlagbar” angesehen werden und gute Alternativen komplett außen vor gelassen werden.
April 2nd, 2010
Es ist nichts Neues, dass Microsoft dieses Wissen um die Bindung von ‘Kunden’ anwendet. Nun gehen sie aber einen Schritt weiter und wollen, wie gulli.com das Thema noch einmal aufrollt und darüber berichtet, eine abgespeckte Version von Office auf rund 80% aller neu verkauften PC mitliefern. Ziel: Stärkere Bindung der Kunden an das Produkt und die Konkurrenz von OpenOffice & Co wieder weg vom Markt drängen. Immerhin ist es dann ja auch kostenlos … also kostenlos im Sinne von ohne Geld. Freiheit ist schließlich etwas, dass man nicht mit Geld aufwiegen kann.
Leider befürchte ich, dass für die meisten Nutzer der Unterschied zwischen kostenloser Software und freier Software nicht klar wird und sie sich von dem ‘Angebot’ beeindrucken lassen, das heißt das vorinstallierte Office ohne Hinterfragen nutzen und evtl. die ‘Vollversion’ für ihr hart erarbeitetes Geld erwerben, nachdem sie sich daran gewöhnt haben und in die Arme der Abhängigkeit getrieben wurden.
Da Software Wissen ist und Wissen der Gesellschaft gehören sollte, sicher nicht nur ein Schritt der durch die Wettbewerbshüter genau geprüft werden muss — immerhin liegt hier der Verdacht nahe, dass mit einem Monopol im Bereich der vorinstallierten Betriebsysteme, eine Cashcow des Konzerns geschützt werden soll — sondern ist dieses Verhalten auch gesellschaftlich bedenklich.
Oktober 22nd, 2009
Ein so wichtiges Ereignis für die IT-Branche, dass es sogar in den Nachrichten kommt: Die neue Version des Betriebssystem des Marktführers™ wird ab heute offiziell in den Läden verkauft. Bereits seit Monaten läuft die Marketingmachinerie auf Hochtouren, soll die neue Version doch nicht so ein Flopp werden wie ihr Vorgänger. Heise.de widmet dem Verkaufsstart gar einen gefühlt 20-Seitigen Bericht und nennt dabei Zahlen, die in mir die Gedanken an Apothekenpreise aufkommen lassen (Wenn sie Euch interessieren, lest dort nach). Ohne spezielle Vergünstigungen kommt der Otto-Normaluser aber nicht unter 100€ für seine Version weg, wenn er denn das neue System nutzen möchte. Ob es sich lohnt, muss jeder für sich entscheiden. Aber: In ca. 2 Wochen wird es die neue Version von Ubuntu geben. Wenig später wird es Fedora 12, openSUSE 11.2 geben. Von den ganzen anderen Distributionen/Geschmacksrichtungen des Linux-Kernels oder den freienBSD-Derrivaten, den nicht ganz so freien und anderen freien Ansätzen möchte ich gar nicht reden. Bis auf wenige Ausnahmen haben diese aber ein paar Punkte gemeinsam:
- Meistens kostenlos; Nur Zusatzleistungen wie Support kosten Geld
- Oft freie Einsicht in den Quellcode
- Die Möglichkeit selbst Dinge zu übersetzen (wer vor ein paar Jahren versucht hat, Software die es nur für 32Bit-Prozessoren gab auf seinem reinen 64Bit System zum Laufen zu bringen, weiß genau, wie viel so etwas Wert ist)
- Nahezu unendlich große Anzahl von “Geschmacksrichtungen” (Aussehen, installierte Programme, ….)
- In der Regel keine EULA oder ähnliche Knebelverträge
- Freier Austausch mit Nachbarn, Familie und Freunden ohne sich strafbar zu machen
Ihr, die Ihr darüber nachdenkt, ob Ihr 100€ oder mehr in ein Betriebssystem investiert, dass die meisten der oberen Punkte nicht erfüllt, spendet das Geld lieber einem freien Softwareprojekt, der Free SoftwareFoundation, Wikipedia oder sonst wem und sichert so, dass das Wissen der Menschheit (Software ist nichts anderes als Wissen) frei bleibt und gewinnt wieder etwas mehr Kontrolle über Euren Rechner (:
Als Entscheidungshilfe hat auch die FSF hat sich ein paar Gedanken über das neue Windows gemacht. Auf http://windows7sins.org/ stellt sie ein paar Gründe zusammen, wieso man das neue Windows nicht unbedingt kaufen sollte.
September 22nd, 2009
Heise.de berichtet heute von einer Microsoftstudie, die extreme Wissenslücken im Umgang mit Rechner für einen Großteil der Teilnehmer attestiert. Unter http://www.it-fitness.de/Training/ittest.aspx kann man dafür an einem Test teilnehmen, für den man ein paar Fragen beantworten muss. Ich habe den Test einmal gemacht und astreine 37 von 42 Punkte erzielt – dafür aber jetzt Kopfschmerzen vom Kopfschütteln.
Wieso? Ich möchte einmal tippen, jemand der nie vor einem Windows gesessen hat, wird bei diesem Test bei ungefähr 10 Punkten herauskommen. Fragen zu freier Software oder allgemeine Konzepte: Fehlanzeige. Ein paar Beispiele:
- Wo muss ich in der Windowssystemsteuerung klicken, um foo zu erreichen
- Wozu kann ich Outlook nutzen (ja, das frage ich mich auch jeden Tag….)
- …
So etwas als Bildungstest für das Computerwissen zu verkaufen — dazu gehört schon ein wenig Dreistigkeit.
Juli 17th, 2009
Und wieder hat ein Unternehmen ein Patentschutzabkommen mit Microsoft geschlossen, das es davor schützen soll zur Verantwortung gezogen zu werden, da ja Linux Patente des bekannten Betriebssystemherstellers verletzt. Diesmal ist es Melco, bzw. dessen Marke Buffalo die sich Rückversichern,
Auch nach mehr als 5 Jahren, in denen Microsoft immer wieder behauptet, Linux verletzt Patente, sind keine wirklich großen Verletzung öffentlich geworden oder gar Entwickler/Nutzer verklagt wurden. Für mich lässt das nur den Schluss zu, dass entweder der angebliche Patenthalter gar keine Patente verletzt sieht und keinen SCO pullen möchte oder es stillschweigend hinnimmt – warum auch immer. Wobei beim Zweiten Ansatz sich die Frage stellt, in wie weit es hier so etwas wie Zustimmung durch schlüssiges Handeln ist.