Posts Tagged ‘Vorratsdatenspeicherung’
September 19th, 2011
Ein schönes Gleichnis zur Vorratsdatenspeicherung habe ich heute gelesen:
Die Vorratsdatenspeicherung, um das noch einmal deutlich zu sagen, ist in etwa so, als stelle man prophylaktisch an allen deutschen Straßenkreuzungen Kameras auf, um vollständig zu erfassen, wer wann wo vorbeigefahren ist.
(Christian Stöcker, SpOn)

September 6th, 2011
Ich verlinke einfach mal auf Fefe, das was er da zur Vorratsdatenspeicherung auf EU-Ebene zu sagen hat, einfach passt.
Würde gerne von einem Politiker auf EU-Ebene dazu hören:
hey, das mit der Vorratsdatenspeicherung, das tut uns leid, das war faschistoide Scheiße, gerade wir hätten das besser wissen sollen, lasst uns das mal zurückrollen.

Mai 25th, 2011
…hinterlasst Ihr doch auch Eure Daten!”
So etwas hört man öfters, wenn man mit Menschen über Datenschutz im Zusammenhang mit zum Beispiel der Volkszählung dem Zensus spricht.
Beim AK Zensus wurde ein Blogartikel veröffentlicht, der einmal ein wenig mit dieser Unsinnsargumentation aufräumt, vergessen die meisten doch, die diese Keule nutzen, kleine Punkte wie
- … dass nur ein (kleiner) Teil der Bevölkerung überhaupt Netzwerke wie Facebook nutzt
- … dass die Angaben dort freiweillig sind
Z.B. beim Zensus oder der Vorratsdatenspeicherung (Quickfreeze oder wie auch immer das jetzt oder zukünftig genannt wird) wird jeder ungefragt und unfreiwillig überwacht bzw. datenvollerfasst.

April 5th, 2011
Was haben wir gelacht, als damals der ePa in nPa umbenannt wurde, weil der Begriff “elektronischer Personalauweis” irgendwie verbrannt war.
Bei der Vorratsdatenspeicherung geht man jetzt wohl ähnliche Wege: Sie soll nun Mindestdatenspeicherung heißen.
Ich finde, durchaus ein besser treffender Begriff, weil es die wirklichen Intentionen dahinter nicht hinter Euphemismen — Vorrat hat ja durchaus etwas mit Vorsorge im positiven Sinne zu tun — versteckt. Es geht darum, sensible Daten über einen Mindestzeitraum hinweg zu speichern. Ohne Verdacht. Ohne Grund. Einfach so. Weil Internet — rechtsfreier Raum — ‘wisst schon.
Die Grunde für die Umbenennung sind übrigens sehr simpel: Man wird komisch angeschaut, wenn man für Vorratsdatenspeicherung ist.
(via netzpolitik.org)
Update: Bei neusprech.org gibt es auch einen sehr schönen Blick hinter das Wort Schutzlücke, dass ja gerne in diesem Zusammenhang zitiert wird.

März 2nd, 2010
Nachdem heute das Verfassungsgericht seine Meinung zur Umsetzung der EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung kund getan hat, möchte ich nicht noch mehr zu diesem Thema schreiben, sondern nochmal auf eine Idee aus dem letzten Jahr hinweisen: Three strikes für Politiker

Februar 28th, 2010
Unter diesem Titel schreibt Frank Rieger vom CCC in der FAZ einen unbedingt lesenswerten Artikel über unter anderem die Möglichkeiten der Auswertung von Verkehrsdaten.

Februar 2nd, 2010
Weißrussland verstärkt Vorratsdatenspeicherung – ungefähr so könnte man den Artikel bei heise.de ganz grob zusammenfassen. In Deutschland könnte so etwas ja aber nie passieren ….

Juni 28th, 2009
Das Screening von Serverlogs eine gute Idee ist, kann sicher der ein oder andere Administrator bestätigen. Sinnvoll eingesetzt, kann es frühzeitig über Probleme informieren und so helfen, das Schlimmste zu verhindern. Doch hat es mir gerade die Schuhe ausgezogen, als ich bei heise einen Artikel mit Verweis auf den Focus gelesen habe, nachdem das BKA Klicks, gewollt oder ungewollt, auf Seiten mit Fahndungsaufrufen ausgewertet und für die Ermittlungsarbeit eingesetzt hat. Frei nach dem Ansatz, wer oft auf das Profil eines Straftäters klickt, hat was mit dem Verbrechen zu schaffen und muss so genauer überwacht werden.
Im Fall der MG wurde dies ja bereits dokumentiert, doch scheint diese Überwachung größzügig ausgefallen zu sein und natürlich wie immer bei solchen Nachrichten, wurden dadurch pöhse Verbrecher gefasst.
Ich möchte hier nichts über die rechtlichen Zusammenhänge sagen (das überlasse ich den Anwälten und anderen die sich damit wirklich auskennen), doch halte ich es für bedenklich. Zumal mit Regelungen, wie der zur Vorratsdatenspeicherung eine nahezu lückenlose Erfassung von IP und dazugehörigen Usern, über die die Daten hinaus die für Rechnungslegung notwendig sind, gefordert sind.
Ein konstruiertes Beispiel um zu zeigen was daran falsch ist: Ilse aus der Erdgeschoss hat einen Zweifel, ob der neue Hausbewohner nicht evtl. doch ein Schwerverbrecher ist (immerhin, die Nase dazu hat er ja…. und grüßen tut er auch nicht) und surft auf den Seiten des BKA um sich genauer zu informieren. Tatsächlich findet sie dort eine Beschreibung, die auf den neuen Mieter passen könnte. Weil sie sich nicht sicher ist, lädt sie die Seite nochmal neu und fragt auch Ihren Mann. So entstehen innerhalb kurzer Zeit auffällig viele Zugriffe aus der Wohnung der wachsamen Bürgerin — Klar, das hier eine genauere Untersuchung notwendig wird.
Denkbar wäre auch der Fall des neuen Kollegen, der zufällig auf eine Beschreibung passt, für die die hübsche Praktikantin gerade den Link per Mail an die komplette Firma gesendet hat….
